Grünenthal GmbH - Anlage für hochaktive Substanzen

Grünenthal ist ein unabhängiges, forschendes und international tätiges Pharmaunternehmen, das sich seit seiner Gründung 1946 im Besitz der Familie Wirtz befindet. Das Unternehmen ist mit seinen Präparaten in mehr als 80 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit fast 5000 Mitarbeiter.
Im Rahmen eines neu zu errichtenden Technikums wurde am Standort Aachen ein Bereich für das Handling mit hochaktiven Substanzen benötigt.
VTU Engineering wurde beauftragt, gemeinsam mit den Betreibern ein Konzept dafür zu entwickeln. In der Folge wurden auch das Basic Engineering, die Sicherheitsanalyse, die Detailplanung sowie die Koordination der Inbetriebnahme und die Schulung der Betreiber an VTU vergeben.
In Workshops wurden die Wünsche und Forderungen der Betreiber ermittelt. Wesentlich dabei waren vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Anlage, das Ausschließen von Gefahren für Mensch und Umwelt sowie die Möglichkeit, dass Mitarbeiter ohne raumluftunabhängigen Vollschutz arbeiten können. Auf nur begrenztem Raum mussten das gesamte Equipment, Blow-Down-Systeme und das Abluftreinungssystem untergebracht werden.
Die Konzeptstudie wurde begleitet von einer intensiven Recherche aller gültigen Gesetze, Verordnungen und Regelwerke.
Das Ergebnis war eine völlige räumliche Trennung des Sonderbereichs vom übrigen Technikum, begehbar durch eine kombinierte Personen-/Materialschleuse. Die wesentlichen Anlagenkomponenten sind eine Reaktoreinheit inkl. Kondensator und Nachkühler, eine Rührdrucknutsche, Wasserringpumpe, ein 3-stufiger Wäscher sowie zwei Aktivkohleadsorber. Das gesamte Handling der Einsatz-, Zwischen- und Abfallstoffe, von der Dosierung, Einwaage, Transfervorbereitung, Zwischenpufferung und Abfallsammlung wurde mit vier Isolatoren kontaminationsfrei umgesetzt. Der Personenschutz wurde über den Produktschutz gesetzt, daher werden alle Isolatoren mit einem leichten Unterdruck betrieben.
Alle Abluftstränge werden über eine Sammelleitung der Abluftbehandlung zugeführt und mit einer O2 – Messung überwacht. Diese ist so ausgeführt, dass im normalen Betriebszustand die Prozessabluft bzw. im Schadensfall zusätzlich die gesamte Raumluft des Sonderbereichs gereinigt werden kann unter Aufrechthaltung des geforderten Unterdrucks.
Durch ein Raumluftmonitoring werden an 8 Messpunkten kontinuierlich Proben der Raumluft und der Abluft vor und hinter der Abluftbehandlungsanlage gemessen, analysiert und online visualisiert. Der Messbereich geht bei einigen Substanzen bis in den ppb – Bereich und schützt so frühzeitig Personen und Umwelt.
