Boehringer Ingelheim Austria GmbH - Biopharmazie-Anlage

Foto: Boehringer Ingelheim
Am Boehringer Ingelheim-Standort Wien wurde in Anwesenheit hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine neue Anlage zur Herstellung von biotherapeutischen Proteinen, Plasmid-DNA und Antikörperfragmenten eingeweiht. Mit einer Gesamtsumme von 80 Mio. Euro für die Errichtung von Anlagen und notwendiger Infrastruktur wurde die zweite komplette Produktionsanlage bei Boehringer Ingelheim Austria fertiggestellt. Es handelt sich um eine Hochzelldichte-Fermentation von Mikroorganismen mit einer speziellen Kühltechnologie und angeschlossener Aufreinigung. Der Ausbau war mit der Schaffung von rund 200 neuen, hoch qualifizierten Arbeitsplätzen verbunden.
Damit wird die führende Position von Boehringer Ingelheim als „CMO“ Komplettanbieter (ONE-Stop-Shop) für die gesamte Prozesskette über die Entwicklung, die Herstellung bis zur Registrierung und Vermarktung von Biopharmazeutika wesentlich gestärkt.
Ab Jänner 2003 wurde VTU-Engineering auf Grund eines Wechsels des Generalplaners für die Überarbeitung bzw. Neu-Erstellung des Basic Engineering eingesetzt. Dabei wurden durch innovative Maßnahmen mit dem Kunden eine außerordentliche Leistungssteigerung des Energieein– und –austrages am 4000l-Fermenter erreicht, sowie eine Erhöhung der Anlagenverwendbarkeit durch Flexibilität auf Basis eines modularen Aufbaus der Prozessgruppen mit Automatisierung und neuer CIP-SIP-Methoden realisiert.
Auch nach der erneuten Bestellung eines Generalplaners im April 2003 verzichtete der Kunde nicht auf die hohe Kompetenz der VTU-Mitarbeiter und baute diese Zusammenarbeit im Weiteren sogar noch stetig aus.
VTU-Mitarbeiter überprüften gemeinsam mit den Verfahrensgebern von Boehringer Ingelheim Wien die Richtigkeit der technischen Detailplanung und der erforderlichen Qualität und setzten, wenn notwendig, korrigierende Maßnahmen. Diese Tätigkeiten wurden in den Bereichen Mikroorganismenfermentation, Downstream Processing, Reinmedienversorgung (WFI, Reindampf, etc) und Schwarzmedien durchgeführt. Weiters wurden Risikoanalysen und Teile der OQ-Versuchspläne für die GMP-Qualifizierung von VTU-Engineering erstellt.
Um Termine sicher einzuhalten, wurden Arbeitspakete des Generalplaners (z.B. verfahrenstechnische Funktionsbeschreibungen und Prüfung der Automatisierung) übernommen und innerhalb der Zeitfenster noch mit hoher technischer Expertise und Qualität abgearbeitet.
Die mechanische Fertigstellung und Inbetriebnahme der Hochzelldichte-Fermentation konnte von einem Team aus VTU- und Boehringer-Mitarbeitern inklusive Qualifizierung sehr effizient und termingerecht durchgeführt werden. Planmäßig zum 30.03.2005 wurde die Fermentation in die Produktionseinheiten von Boehringer Ingelheim Wien übernommen.
Die innovativen Lösungen für die Kühlung der Hochzelldichte-Fermentation bewähren sich bestens – die theoretisch erforderliche Leistung des Systems „4000l-Fermenter“ wurde dabei um ca. 30 % übertroffen.
In terminkritischen Projektphasen waren bis zu 10 VTU-Verfahrensingenieure parallel zum Generalplaner im Einsatz und sicherten so den Endtermin gemeinsam mit dem Kunden.
Bis Ende Juli 2005 fanden noch Arbeiten zur Inbetriebnahme und Qualifizierung des Downstream Prozessbereiches unter Mitarbeit von VTU statt.
Neben technologischem Know-How konnten die Mitarbeiter von VTU in diesem Projekt auch Teamfähigkeit und Projektmanagement-Kompetenz in einem sehr heterogenen Planungsumfeld beweisen. Ziel war und blieb in allen Phasen die termin-, kosten- und qualitätsgerechte Fertigstellung der Anlage.
